Strukturfehler im privaten Investieren

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In der aktuellen Podcastfolge habe ich mit Thomas Soltau, CEO von Smartbroker, über typische Strukturfehler von Privatanlegern gesprochen – und darüber, welche Rolle Politik und Rahmenbedingungen bei einer erfolgreichen privaten Altersvorsorge über die Börse spielen können. Thomas bringt dabei nicht nur die Perspektive eines Marktbeobachters, sondern auch die eines Praktikers mit, der täglich sieht, wie Anleger tatsächlich investieren.


Shownotes zum Interview

Werbepartner: Smartbroker

Die häufigsten Strukturfehler von Privatanlegern

Ein zentrales Thema der Folge sind wiederkehrende Muster, die langfristigen Anlageerfolg erschweren. Viele Privatanleger investieren zu kurzfristig, reagieren emotional auf Marktschwankungen und versuchen, den „richtigen“ Ein- und Ausstiegszeitpunkt zu treffen. Dieses Market Timing führt oft dazu, dass genau dann verkauft wird, wenn die Kurse niedrig sind – und Chancen verpasst werden.

Ein weiterer Strukturfehler ist die mangelnde Diversifikation. Statt breit gestreut zu investieren, konzentrieren sich viele Anleger auf einzelne Aktien, nationale Märkte oder gerade populäre Trends. Hinzu kommt eine unnötig hohe Komplexität: zu viele Produkte, Strategiewechsel und ein Aktionismus, der Kosten verursacht, ohne den Ertrag zu erhöhen. Gerade Gebühren, Steuern und Handelskosten werden häufig unterschätzt, wirken aber langfristig stark renditemindernd.

Auch der zu geringe Aktienanteil spielt eine Rolle – insbesondere bei der Altersvorsorge. Aus Angst vor Schwankungen bleiben viele Anleger zu lange in Cash oder sehr defensiven Anlagen und nehmen damit ein reales Kaufkraftverlustrisiko in Kauf.

Altersvorsorge und die Rolle der Politik

Im zweiten Teil des Gesprächs ging es um die Frage, wie private Altersvorsorge über den Kapitalmarkt besser unterstützt werden kann. Einigkeit besteht darin, dass einfache, kostengünstige und transparente Lösungen – etwa ETF-basierte Modelle – für viele Menschen ein sinnvoller Einstieg wären. Politische Unterstützung könnte hier ansetzen: durch steuerliche Anreize, klare Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und standardisierte Vorsorgelösungen mit Aktienbezug.

Wichtig ist dabei auch das Prinzip „Einfach anfangen“: niedrige Einstiegshürden, verständliche Produkte und langfristiges Denken statt kurzfristiger Renditeversprechen.

Die Folge zeigt deutlich: Erfolgreiches Investieren scheitert selten am fehlenden Produktangebot, sondern häufig an strukturellen und verhaltensbedingten Fehlern. Wer Kosten im Blick behält, breit diversifiziert, langfristig investiert und auf einfache Strukturen setzt, verbessert seine Chancen erheblich – besonders mit Blick auf die private Altersvorsorge. Politik und Finanzbranche können dabei helfen, aber die wichtigste Stellschraube bleibt das eigene Anlageverhalten.