Rohstoffe sind das Fundament der globalen Wirtschaft – und dennoch in vielen Depots unterrepräsentiert. Im Investor Stories Podcast spreche ich mit Sven Kuhlbrodt über seine Karriere und die besonderen Chancen von Rohstoffaktien in einem sich wandelnden Marktumfeld.
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Shownotes zum Talk mit Sven Kuhlbrodt von Baker Steel Capital
Webseite von Baker Steel Capital
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Zusammenfassung des Interview mit Sven Kuhlbrodt von Baker Steel Capital
Sven Kuhlbrodt ist seit vielen Jahren im Asset Management tätig und arbeitete unter anderem für große internationale Investmenthäuser, bevor er sich auf Rohstoffaktien spezialisierte. Heute arbeitet er bei einem auf diesen Bereich fokussierten Haus. Das Team kombiniert Finanzexpertise mit geologischem Know-how – ein entscheidender Vorteil in einer Branche, in der Lagerstätten, Förderkosten und Projektqualität über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
Warum Rohstoffaktien ins Portfolio gehören
Ein zentrales Argument für Rohstoffe und Minenaktien ist ihre vergleichsweise geringe Korrelation zu klassischen Aktiensegmenten wie großen Tech- oder Konsumtiteln. Gerade in stark von wenigen Mega-Caps dominierten Indizes können Rohstoffaktien für zusätzliche Diversifikation sorgen.
Das bedeutet: Entwickeln sich große Technologieaktien schwach, können Rohstoffwerte stabilisieren – und umgekehrt. Für langfristig orientierte Anleger kann eine Beimischung daher das Risiko-Rendite-Profil eines Portfolios verbessern.
Zyklisch – aber mit strukturellem Rückenwind
Traditionell gelten Rohstoffe als stark konjunkturabhängig: In Boomphasen steigen Nachfrage und Preise, in Rezessionen fallen sie. Doch laut Sven befinden wir uns aktuell in einer besonderen Phase.
Mehrere strukturelle Trends sorgen für eine langfristig erhöhte Nachfrage nach Metallen und anderen Rohstoffen:
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Energiewende und Elektrifizierung
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Ausbau von Stromnetzen und Infrastruktur
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Künstliche Intelligenz und Digitalisierung
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Steigende Verteidigungsausgaben
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Robotik und Automatisierung
All diese Entwicklungen benötigen enorme Mengen an Kupfer, Lithium, Nickel, seltenen Erden und weiteren Industriemetallen. Gleichzeitig ist das Angebot oft begrenzt, da neue Minenprojekte lange Entwicklungszeiten haben und hohe Investitionen erfordern. Diese strukturelle Angebotsknappheit kann über Jahre oder sogar Jahrzehnte für Rückenwind sorgen.
Warum Expertise entscheidend ist
Rohstoffaktien unterscheiden sich stark von klassischen Geschäftsmodellen. Neben makroökonomischen Faktoren spielen Geologie, Förderkosten, politische Risiken und Projektfinanzierung eine große Rolle.
Deshalb setzt Sven auf tiefgehende Analyse: Welche Lagerstätte hat tatsächlich wirtschaftliches Potenzial? Wie solide ist das Management? Wie realistisch sind Produktionsziele? Gerade in einem volatilen Sektor kann aktives Management und spezialisierte Expertise einen entscheidenden Unterschied machen.
Fazit
Rohstoffaktien sind kein Selbstläufer und bleiben volatil. Doch in einem Umfeld struktureller Nachfrageimpulse, geopolitischer Spannungen und wachsender Infrastrukturinvestitionen bieten sie interessante Renditechancen – insbesondere als strategische Beimischung im Portfolio.
Wer bereit ist, sich intensiver mit dem Sektor auseinanderzusetzen oder auf spezialisierte Expertise zu setzen, kann mit Rohstoffaktien langfristig attraktive Renditen erzielen.