In dieser Episode enthüllt Niklas von Heavy Moat Investing, wie er durch eine radikale Fokussierung seines Portfolios eine Rendite von 20% pro Jahr anpeilt. Er teilt seine verfeinerte Strategie: die kompromisslose Konzentration auf nur noch neun bis zehn qualitätsreiche Small- und Mid-Cap-Compounder. Erfahre, warum „weniger ist mehr“ für seine Performance entscheidend ist und welche konkreten Top-Titel er aktuell verfolgt.
Shownotes zum Talk mit Niklas von Heavy Moat Investing
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Zusammenfassung des Interview mit Niklas von Heavy Moat Investments
In der aktuellen Folge des Investor-Stories-Podcast begrüßte Host Tim Sänger den erfahrenen Investor Niklas von Heavy Moat Investing erneut. Niklas, 26 Jahre alt und seit fünf bis sechs Jahren autodidaktisch an der Börse aktiv, teilt seine Gedanken seit 2020 auf Twitter, schrieb für Seeking Alpha und veröffentlicht seit Anfang 2024 seinen eigenen Newsletter „Heavy Moat Investment“. Im Gespräch gab er tiefe Einblicke in die jüngste Verfeinerung seiner Strategie: eine deutliche Fokussierung auf ein konzentriertes Portfolio, um seine Renditeziele von potenziell 20 % pro Jahr zu erreichen.
Strategie-Fokus: Weniger ist mehr
Niklas hat sein Portfolio drastisch gestrafft. Die Zahl der Positionen reduzierte er von ehemals 20–22 auf aktuell nur noch neun bis zehn Werte. Der Grund für diesen radikalen Schnitt liegt in der Erkenntnis, dass viele kleine Positionen (unter 0,3 % des Gesamtvermögens) den notwendigen Research-Aufwand nicht rechtfertigten, da ihr potenzieller Einfluss auf das Gesamtergebnis minimal war.
Die Konzentration auf die besten Ideen führte zu zwei wesentlichen Verbesserungen:
- Erhöhte Hurtlerate: Niklas gibt sich nicht mehr mit einem 10 % Return zufrieden, sondern setzt eine deutlich höhere Messlatte von 20% an, um eine höhere Sicherheitsmarge (Margin of Safety) zu gewährleisten und höhere Renditen anzustreben.
- Konsequenterer Trennung: Die Fokussierung erleichtert es ihm, sich von Positionen zu trennen, wenn der fundamentale Investment-Case nicht mehr passt, was früher eine Herausforderung darstellte.
Der Fokus liegt auf qualitätsreichen Compoundern im Small- und Mid-Cap-Bereich. Im Gegensatz zu sehr großen Unternehmen (wie Danaher oder ASML) verspricht er sich von kleineren Werten bessere Opportunitäten und geringere Überbewertung, da weniger Augen auf diesen Titeln liegen und der Markt das Wachstumspotenzial oft noch nicht vollständig eingepreist hat.
Die Analyse: Das Simple IRR-Model
Um die angestrebten 20 % Rendite pro Jahr zu quantifizieren, nutzt Niklas ein relativ simples IRR (Internal Rate of Return) Modell. Dabei werden für einen Bull-, Bear- und Base-Case konservative Annahmen getroffen, um den Total Return anhand von fünf zentralen Treibern zu prognostizieren:
- Umsatzwachstum (Revenue Growth): Der wichtigste Faktor, da ohne Wachstum langfristig kaum gute Returns zu erwarten sind.
- Margenentwicklung.
- Share Buybacks.
- Dividenden.
- Multiple-Entwicklung.
Konkrete Investment-Ideen aus dem Podcast
Niklas beleuchtete auch einige spannende Bereiche und Unternehmen, die seinen Kriterien entsprechen:
- Employee Benefits (z. B. Pluxee/Edenred): Der Markt für Mitarbeiter-Benefits (wie Essensgutscheine), der Arbeitgebern und Arbeitnehmern steuerliche Vorteile bietet und dadurch mehr Netto vom Brutto ermöglicht. Obwohl politische Risiken (z. B. Gesetzesreformen in Brasilien) bestehen, ist das Geschäft hochattraktiv: Es ist ein „Sticky Business“ mit hohem Wechselaufwand für Unternehmen und generiert konstante Cashflows. Niklas sieht in dem kleineren Pluxee (im Vergleich zu Edenred) mit seinem starken Brasilien-Fokus ein spannendes Unternehmen.
- Shift4 (Payments): Das Unternehmen fokussiert sich aggressiv auf spezialisierte Branchen-Verticals (z. B. Stadien, Hotels) mit dem Ziel, die breiteste und beste Komplettlösung für seine Großkunden zu bieten. Das Wachstum wird auch durch Übernahmen vorangetrieben, die teils nur dem Zweck dienen, die Merchant-Beziehung zu akquirieren.
- Constellation Software (Serial Acquirer): Als erfolgreicher Serial Acquirer genießt das Unternehmen hohes Management-Vertrauen, welches bei diesem komplexen Geschäftsmodell unabdingbar ist. Trotz der Komplexität durch teilgelistete Töchter wird Constellation aufgrund des überzeugenden Track Records und des extrem großen „Runways“ von zehntausenden potenziellen Übernahmezielen bevorzugt.