In dieser Podcast-Folge spricht Tim Senger mit Jens Steinhagen über ein Thema, das oft unterschätzt wird: Vermögensschutz. Herr Steinhagen war Kampfpilot, bringt über 35 Jahre Erfahrung im Finanzsektor mitt und hat tausende Menschen individuell beraten. Heute gilt er als Experte für strategischen Vermögensschutz und setzt sich dafür ein, Anleger widerstandsfähig gegenüber Krisen zu machen.
Shownotes des Interviews mit Jens Steinhagen
Zusammenfassung des Interviews mit Jens Steinhagen
Jens Steinhagen gilt mit über 35 Jahren Erfahrung im Finanzsektor und mit mehr als 5.000 persönlichen Beratungen als Finanzstratege. Den Grundstein für seine zuverlässige Arbeit als Finanzexperte legte er in einem ganz anderen Segment, nämlich mit seiner Ausbildung zum Kampfpiloten eines Überschalljägers. In einem Jagdgeschwader bei Cottbus stationiert, musste er unter extremen Bedingungen stets die richtigen Entscheidungen treffen. Seine Arbeit war geprägt von Disziplin, Präzision und höchster Verantwortung.
Nach Beendigung seiner Pilotenlaufbahn tauschte er den Kampfjet gegen eine steile Karriere in der Finanzindustrie. Sein Diplom in Ökonomie und seine militärisch gelernte Führung halfen dabei erheblich. Er durchlief eine umfassende Ausbildung in allen Bereichen der Finanzberatung und Finanzplanung und war anschließend für über 500 Mitarbeiterinnen in ganz Deutschland verantwortlich. In großen nationalen und internationalen Finanzkonzernen arbeitete er in der Führungsspitze, und prägte über ein Jahrzehnt den Finanzmarkt in Deutschland entscheidend mit.
Er war an der Weiterentwicklung der unabhängigen Finanzanalyse für Privathaushalte genauso maßgeblich beteiligt, wie an der Mitentwicklung der Deutschen Finanznorm DeFiNo. Nach seiner Tätigkeit als selbstständiger Management-Consultant und Marktanalyst in London gründete er 2013 die Steinhagen Consulting und spezialisierte sich auf Rücklagen- und Vermögensschutz. Er ist damit einer der Pioniere in diesem Segment. Als Mitentwickler des RüVER®-Stresstests brachte er ein spezielles Analyseinstrument auf den Markt, mit dem sich die Krisenfestigkeit privater Vermögenswerte prüfen lässt. Außerdem ist er seit dem letzten Jahr der Vorstandsvorsitzende vom Bund deutschen Vermögensschutzes.
Warum Vermögensschutz so wichtig ist
Viele Investoren konzentrieren sich ausschließlich auf den Vermögensaufbau – doch laut Steinhagen ist das nur die halbe Wahrheit. Entscheidend ist nicht nur, Vermögen zu schaffen, sondern es auch langfristig zu sichern. Gerade in Zeiten von Inflation, geopolitischen Spannungen oder Finanzkrisen zeigt sich, wie anfällig einseitige Strategien sein können.
Sein Ansatz: Denke nicht nur in Rendite, sondern auch in Risiken. Wer sein Vermögen nicht schützt, läuft Gefahr, es schneller zu verlieren, als es aufgebaut wurde.
Die größten Risiken für dein Vermögen
Steinhagen nennt mehrere Gefahren, die Anleger häufig unterschätzen:
- Inflation und Kaufkraftverlust
- Staatliche Eingriffe (z. B. höhere Steuern oder Abgaben)
- Finanzsystemrisiken
- Persönliche Risiken wie Haftung oder berufliche Veränderungen
Ein zentraler Punkt dabei: Viele dieser Risiken sind nicht kontrollierbar – aber man kann sich darauf vorbereiten.
Diversifikation neu gedacht
Diversifikation bedeutet für Steinhagen mehr als nur die Streuung über verschiedene Aktien. Vielmehr geht es um eine ganzheitliche Aufstellung:
- Verschiedene Anlageklassen (Aktien, Immobilien, Edelmetalle, Liquidität)
- Unterschiedliche Währungsräume
- Geografische Streuung
- Zugriffsstrukturen (privat vs. unternehmerisch organisiert)
Ziel ist es, nicht von einem einzelnen System oder Markt abhängig zu sein.
Sachwerte als Stabilitätsanker
Ein wichtiger Bestandteil im Vermögensschutz sind reale Werte. Dazu zählen insbesondere:
- Immobilien
- Edelmetalle wie Gold
- Beteiligungen an Unternehmen
Diese Sachwerte bieten einen gewissen Schutz gegen Inflation und Währungsabwertung. Besonders Gold sieht Steinhagen als eine Art „Versicherung“ – nicht zur Renditeoptimierung, sondern zur Stabilisierung.
Struktur schlägt Produkt
Ein oft unterschätzter Punkt: Die richtige Struktur ist wichtiger als das einzelne Investment. Steinhagen betont, dass viele Anleger zwar gute Produkte wählen, aber die falsche rechtliche oder steuerliche Hülle nutzen.
Mögliche Ansätze sind beispielsweise:
- Holding-Strukturen
- Stiftungen
- Internationale Diversifikation von Vermögenswerten
Hier geht es nicht um Steuervermeidung, sondern um Resilienz und langfristige Sicherheit.
Liquidität und Handlungsfähigkeit
Ein weiterer entscheidender Faktor ist ausreichend Liquidität. Wer in Krisen liquide bleibt, kann Chancen nutzen, während andere zum Verkauf gezwungen sind. Vermögensschutz bedeutet also auch, flexibel zu bleiben und nicht „all-in“ investiert zu sein.
Der richtige Mindset
Neben den strategischen Aspekten spielt auch die Einstellung eine große Rolle. Steinhagen empfiehlt, Verantwortung für das eigene Vermögen zu übernehmen und sich aktiv mit Risiken auseinanderzusetzen.
Sein Credo:
Nicht hoffen, dass alles gut geht – sondern so planen, dass man auch mit schlechten Szenarien umgehen kann.
Fazit: Sicherheit ist kein Zufall
Vermögensschutz ist kein einmaliger Schritt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Wer langfristig erfolgreich investieren will, sollte nicht nur auf Wachstum setzen, sondern auch auf Stabilität und Absicherung, für den Fall der hoffentlich nie eintritt.
Die wichtigsten Learnings:
- Denke ganzheitlich über dein Vermögen nach
- Streue über Anlageklassen, Regionen und Strukturen
- Nutze Sachwerte als Absicherung
- Halte ausreichend Liquidität
- Plane auch für Krisenszenarien
So schaffst du die Grundlage, um nicht nur Vermögen aufzubauen – sondern es auch durch alle Krisen hinweg zu bewahren.